Zuffenhausen – Mit einem 27:32 (14:11) zwischen dem HSV Stammheim/Zuffenhausen und der HSG Ca-Mü-Max können die Cannstatter Jungs auf dem dritten Tabellenplatz überwintern.
Dass der HSV Stammheim/Zuffenhausen mit einem Punkt im Tabellenkeller steht, dürfte für viele eine Überraschung sein. Warnende Worte vor einem Gegner waren angebracht, gegen welchen es in der jüngeren Vergangenheit stets torreiche und vom Spielverlauf gesehen wilde Spiele gab – in der letzten Saison setzte es gar eine Heimniederlage für die HSG.
Und bereits zum Spielbeginn hatte die HSG Ca-Mü-Max große Schwierigkeiten gegen eine sehr körperbetonte Abwehr zu spielen und kam nicht zu guten Torchancen durch die 5-1-Deckung. Die Zuffenhausener hatten einen starken Lauf und konnten innerhalb von 15 Minuten einen großen Vorsprung von 8:4 herausspielen. Defensiv fand die HSG in der ersten Hälfte keinen Zugriff und versuchte die HSV-Spieler zu spät nach der Neun-Meter-Zone zu attackieren, welche postwendend auch gute Würfe auf das Tor abgaben. Die Cannstatter M1 hat auch in dieser Phase Probleme, eigene Überzahlsituationen und Siebenmeter zu nutzen, was kollektivpsychologisch zwar kein Randphänomen ist, aber sicherlich vermeidbar gewesen wäre. Anerkennen muss man, dass die erste Welle über die rechte Seite des HSV auch effizient ein viel zu langsames Rückzugsverhalten bestrafte. Für Belustigung sorgte, dass deren junger Rechtsaußen sich bei einem freien Tempogegenstoß in der 16. Minute beim Wurf eine Beachhandball-ähnliche 360°-Drehung leistete und zu einer Vier-Tore-Führung verwandelte. Spätestens dann hat man jeder gegnerischen Mannschaft den größten Ansporn gegeben, so ein Spiel zu drehen. Vor der Halbzeit gab es noch zwei regelkundig interessante Aktionen: Wenn der Torhüter nach einem Tor den Ball schnell zum Mittelpunkt werfen möchte und ein Spieler den Ballweg durchkreuzt, muss es Zeitstrafen geben und der junge Schiedsrichter setzte sie um. Einmal traf es die HSG, in den Schlusssekunden dann den HSV. Die Stuttgarter HSG beendete mit einem 14:11-Rückstand die erste Halbzeit.
HSG-Trainer David Klotz schien in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden zu haben. Mit einer richtigen Wucht kamen die Gäste aus der Kabine. Die Rückraumspieler Michael Bosch (8 Tore) und Thomas Zwinz (7 Tore) verwandelten jeweils zweimal und so stand es in der 35. Minute bereits 15:15. Im nächsten Angriff parierte Tim Abele stark und dann war es Felix Kolat, der aus zwölf Meter zum Sprungwurf ansetzte und ihn schön zum Führungstor hereinnagelte. Direkt darauf hielt Abele erneut zweimal den HSV-Rückraumwurf fest und schickte Florian Wondratschek zum Konter, der ebenfalls zweimal zur 15:18-Führung netzte. Entschieden war das Spiel jedoch nicht, der HSV kam mit einem 3:0-Lauf wieder zum Ausgleich. Max Gerstadt und auch Luca Lang brachten Ca-Mü-Max nachfolgend wieder in Führung und ganz zum Schluss öffneten sich große Lücken in der HSV-Abwehr, sodass die HSG bis zu sieben Tore bis zur 58. Minute wegziehen konnte. Die Cannstatter Jungs gewannen gegen den HSV Stammheim/Zuffenhausen letzten Endes eindeutig mit 27:32 und sicherten sich Platz 3 zur Winterpause, was ein Grund zur Freude ist.
Für die HSG Ca-Mü-Max spielten: Tim Abele und Manuel Weinmann im Tor, Michael Bosch (8/2), Thomas Zwinz (7), Fabian Ströhle (5/2), Miguel Binder Rodrigo (3), Max Gerstadt (3), Florian Wondratschek (3), Felix Kolat (2), Luca Lang (1), Jonas Kurz, Dustin Louis, Toni Proß

