Bad Cannstatt – In der Bezirksliga gelingt der HSG Ca-Mü-Max gegen Tabellenführer VfL Waiblingen III mit 24:22 (15:13) eine Überraschung.
In den letzten drei Jahren hagelte es sechs Niederlagen gegen den VfL Waiblingen III und auch im Hinspiel gingen die Stuttgarter mit sechs Tore Unterschied unter. Zwei wichtige Faktoren änderten sich im Vergleich zum Vorjahr: Zum einen verstärkten die Cannstatter Jungs akribisch ihr Abwehrarbeitportfolio und fokussierten sich voll auf das Waiblingen-Spiel. Zum Anderen spielten auf Seiten der Waiblinger weniger Aushelfer von oberen Mannschaften mit als üblich, da ihre Zweite zeitgleich spielen musste.
Die Stuttgarter begannen zunächst schwach, da gleich mal zwei Fehlpässe mit Tempogegenstoßtoren bestraft wurden. In den ersten Minuten tat sich die M1 im Angriff gegen eine offensive 5-1-Deckung schwer, sodass sie früh mit 1:5 zurücklagen. Michael Bosch drehte dann im Angriff mit drei Toren auf und durch schnelles Tempospiel und entschlossen gelaufenen zweiten Wellen übernahm die HSG Ca-Mü-Max immer weiter die Kontrolle. In der 17. Minute war es dann so weit, dass Luca Lang seinen ersten von fünf Treffern machte, der die 10:9-Führung der Hausherren bedeutete. Mit einer immensen Wucht in Abwehr gelang es, die bekannten gefährlichen Bälle an den Kreis zu unterbinden, Dustin Louis und Max Gerstadt agierten in ihrer Deckungsform herausragend kompakt. Verdient ging es mit 15:13 in die Pause.
Eingeschworen auf eine harte zweite Hälfte, begann die Partie gemächlicher. Beide Mannschaften gingen nicht mehr das volle Risiko offensiv, besonders den Gästen ging konditionell mit nur drei Wechslern die Körner aus. Trotzdem ging dreimal der Waiblinger Linksaußen zum Tempogegenstoß ab. Beim Stand von 16:15 hatte er in der 36. Minute eben bei letzem die erste Chance auf den Ausgleich, aber spätestens dann begann Manuel Weinmann zur absoluten Höchstform aufzuspielen. Er hielt zunächst den freien Wurf und direkt danach den zweiten und dritten Siebenmeter in dem Spiel. Damit aber noch nicht genug: Minutenlang besaßen die Hauptstadtschwaben im Angriff eine hohe Fehlerquote und nahmen sich viel weniger Abschlüsse als die Waiblinger. Die Hausherren gaben in den nächsten Minuten weniger Tempo nach vorne, sodass die wenigen Tore hart im Positionsspiel erkämpft werden mussten: Paul Meier traf in der Überzahl, Maxi Zimmermann und Miguel Rodrigo setzten sich im Eins-gegen-Eins im Rückraum durch und Florian Wondratschek mal von außen. Die Tore wurden immer seltener, 21:18 führten die Stuttgarter nach 45. Minuten. Die Schlussphase wurde höchst dramatisch, da Waiblingen wieder auf ein Tor rankam, doch ebenfalls parierte Weinmann erneut zwei freie Würfe. In der 51. Minute vergab der VfL nochmals einen Siebenmeter und hektisch wurde es in einer Unterzahlsituation der HSG. Aber auch in dieser Phase nahm Weinmann dem VfL einen Wurf nach dem anderen weg. Vorne trafen die Stuttgarter nach dem letzten Aron Dauer-Tor seit der 55. Minute nicht mehr, da viel zu viele Passschwierigkeiten und Abschlusskonzentrationsschwächen sich ereigneten. Die Dramatik spitzte sich immer weiter beim Stand von 23:22 zu, als in der 57. Minute ausgerechnet der ehemalige HSG-Spieler Lino Pott von der Siebenmeterlinie antrat und den Ausgleich für die Waiblinger, als sechster 7m-Schütze, auf der Hand hatte. Die erspielte Aura des HSG-Schlussmanns lenkte den Wurf rechts am Pfosten vorbei. Ca-Mü-Max spielte die letzten zwei Minuten zeitstrafentechnisch in Unterzahl. Während Manuel Weinmann in der Defensive nochmal einen Heber parierte, war es dann Louis Ohligschläger, der von Rechtsaußen den Ball mit einem schön hörbaren Klacken in den Winkel zum 24:22-Sieg hereinpfefferte. So konnte die HSG das denkbar knappe Spiel gegen den Spitzenreiter über eine bessere Abwehrarbeit, aber allen voran einem bärenstarken Manuel Weinmann gewinnen, der an diesem Tag ein so unglaublicher Faktor war, wie Andreas Wolff für die Deutsche Handballnationalmannschaft.
Für die HSG Ca-Mü-Max spielten: Henri Gerstadt und Manuel Weinmann im Tor, Luca Lang (5), Michael Bosch (4), Louis Ohligschläger (3), Miguel Rodrigo (2), Florian Wondratschek (2), Alexander Zernack (2), Aron Dauer (1), Max Gerstadt (1), Paul Meier (1), Aaron Rottenanger (1), Fabian Ströhle (1), Maximilian Zimmermann (1), Marc Hildebrandt, Dustin Louis

